Todeszug nach Yuma [Blu-ray] June 13, 2008
Man kann nur hoffen, dass James Mangolds mächtiges, raues und hartes Remake von Todeszug nach Yuma einige Filmfreunde dazu motiviert, sich Delmer Daves’ wunderbar reduziertes, fünfzig Jahre altes Original anzuschauen. In jenem klassischen Western ging es um den gefangen genommenen Verbrecher Ben Wade (Glenn Ford) - mit einer tödlichen, aber entwaffnenden Umgänglichkeit - und den Kleinbauern und Familienvater Dan Evans (Van Heflin), der verzweifelt genug ist, einen Job anzunehmen, um den Bösewicht ins Gefängnis nach Yuma zu eskortieren. Wade, der genau weiß, dass seine Gang jeden Moment eingreifen wird, um ihn zu befreien, will den Hilfssheriff bestechen, damit dieser ein Auge zudrückt und somit sicher und mit viel Geld in der Tasche zu seiner Familie zurückkehren kann. Dass der Verbrecher seinen Bewacher in der Zwischenzeit zu bewunden beginnt, schafft natürlich zusätzliche Spannung. All dies trifft auch auf den neuen „Todeszug“ zu, aber es braucht mehr Anstrengung, bis sich Wade (in diesem Fall Russell Crowe) und Evans (Christian Bale) im Showdown gegenüber stehen. Meistens ist weniger mehr. Aber man muss Mangold zugestehen, dass sich sein Film nicht in ironischen Sprüchen ergeht oder sich versucht postmodern abzuheben: der Film will ein echter Western sein und jene Unterhaltung und Atmosphäre verbreiten, nach der es Fans dieses Genres gelüstet. Aber nachdem Mangold erkannt hat, dass die heutigen Zuschauer sich vielleicht nicht mehr in der eisernen Einfachheit und Stärke des Genres wiederfinden - geschweige denn in ihrem Ehrenkodex - versah er sowohl Evans als auch Wade mit einer Menge “Hintergründe” und “Motivationen”. Während dem bombastischen Actionhöhepunkt des Films wirkt das Kreuzfeuer aus persönlichen Beweggründen beinahe ebenso wild wie die ausufernden Schießereien. (Zu jenem Zeitpunkt sind in dem Film mehr Leute gestorben als während dem Krieg in Lincoln County.) Das Beste bei dem Remake ist Russell Crowes Ben Wade, ein die Bibel zitierender Karriere-Verbrecher mit dem Blick eines Künstlers und einem erstaunlich disziplinierten Sinn dafür, wann er wen umbringen will. Ben Foster als sein Stellvertreter nutzt jede noch so kleine Gelegenheit für ein Blutbad, und Peter Fonda liefert ein grimmiges Portrait eines alten Widersachers von Wade, der mittlerweile als Kopfgeldjäger für die Pinkerton-Agentur arbeitet. –Richard T. Jameson bluray filme kaufen
Was der menschliche Körper zu leisten imstande ist, läßt sich selbst mit der ausgefeiltesten Computertechnik schwerlich übertreffen. In Ong-Bak, dem spektakulären thailändischen Actionfilm, zeigt das Bewegungswunder Tony Jaa eindrucksvoll was darunter zu verstehen ist. Als der Kopf einer heiligen Statue in Jaa´s kleinem Dorf gestohlen wird, macht er sich auf den Weg nach Bangkok um ihn zurückzuholen. Natürlich passiert das Unvermeidliche: der Dieb steht in Verbindung zu einer Bar, in der die lokalen Gangstergrößen verkehren und es dauert nicht lange, da findet sich Jaa in deren Machenschaften verstrickt. Doch damit beginnt erst der Spaß. Bei einer Verfolgungsjagd durch die Millionenstadt fühlt man sich an die Akrobatik Jackie Chans erinnert wenn Jaa zwischen Glasscheiben, Motorrädern und Stacheldraht herumspringt. Was seine Kamptechnik anbelangt kann es Jaa zweifellos mit Bruce Lee, Jet Li und jedem anderen aufnehmen. Überraschend vielleicht, dass selbst seine Ausstrahlung an die seiner Vorbilder heranreicht. Sicher wird er niemals einen Oscar für seine darstellerischen Fähigkeiten erhalten, aber seine einnehmende Präsenz trägt durchaus den Film. Noch eine Warnung zum Schluss: die zahllosen Kampfsequenzen sind atemberaubend dabei jedoch knallhart. Ong-Bak folgt in dieser Hinsicht der Tradition vieler Actionstreifen, nach der der Held zunächst bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit geführt wird bevor der ultimative Triumph möglich ist. Und die Grenzen werden in der Tat ausgelotet. –Bret Fetzer